Australien und Tasmanien 2011
Endlich ist es soweit. Die drei monatige Auszeit hat begonnen – ich sitze im Flieger von Frankfurt über Singapur nach Australien. Allein der Gedanke daran fühlt sich noch ein bisschen unwirklich an.
Die ersten Tage will ich in Melbourne ankommen, mich treiben lassen und einfach erstmal dieses „Ich bin wirklich hier“-Gefühl genießen. Danach steht ziemlich sicher ein Abstecher nach Tasmanien auf dem Plan – darauf freue ich mich jetzt schon besonders.
Von dort aus möchte ich weiter nach Sydney, dann nördlich Richtung Brisbane und schließlich bis nach Cairns. Der Rückweg nach Melbourne soll durchs australische Outback führen – ob das zeitlich klappt oder ich doch auf einen Inlandsflug zurückgreifen muss, wird sich unterwegs zeigen. Soweit der grobe Plan. Mal schauen inwieweit er aufgeht.
Nach zwei Monaten Australien ist aber noch lange nicht Schluss: Danach wartet noch ein weiterer Monat in den USA. Wie genau die Route am Ende aussieht? Ehrlich gesagt – keine Ahnung. Bisher ist nur der Flug gebucht, alles andere ergibt sich unterwegs.
Ich werde auf jeden Fall versuchen, diesen Blog regelmäßig zu füttern, damit ihr ein bisschen mitreisen könnt. Mal schauen, was so alles passiert.
Eine chaotische Anreise nach Melbourne
Die Zugfahrt nach Frankfurt lief tatsächlich noch überraschend reibungslos – und das mit der Deutschen Bahn Doch danach nahm das Chaos langsam Fahrt auf.
Mein Flug wurde kurzerhand auf den nächsten Morgen verschoben. Nervig, aber noch halbwegs verkraftbar. Was dann folgte, war allerdings eine ganz andere Liga.
Mein Sitzplatz? Direkt neben einer französischen Familie mit zwei Kindern. Das eine hat durchgehend geweint, das andere konnte keine zehn Sekunden still sitzen. Nach 14 Stunden Flug war ich entsprechend durch. In Singapur dann kurz raus, Beine vertreten – und weiter ging’s. Weitere 7,5 Stunden Flug, wieder neben den beiden nervigen Kids.
Spät Abends in Melbourne angekommen dachte ich kurz: Jetzt wird alles entspannter. Falsch gedacht. hier wartete dann schon die nächste Überraschung: Mein Rucksack – weg. Aus irgendeinem Grund wurden nur Koffer transportiert, aber keine Rucksäcke. Super. Da stand ich also um halb elf nachts, ohne Gepäck und ohne Unterkunft. Doch ich war nicht der Einzige. Pascal ebenfalls aus Deutschland erging es genau so. Ihn hab ich so am Gepäckband kennen gelernt.
Pascal wurde von seiner Schwester abgeholt. Ich hab mich den beiden angeschlossen und zusammen haben wir uns dann ein Taxi zu ihrem Hostel geteilt – in der Hoffnung, dass noch irgendwo ein Bett für mich frei ist. Leider war dem nicht so. Alles Komplett ausgebucht.
Also blieb mir nichts anderes übrig, als in ein ziemlich teures Hotel auf der anderen Strassenseite auszuweichen. Tat zwar ein bisschen weh im Geldbeutel, aber ganz ehrlich: Nach rund 45 Stunden Reisezeit war mir das Bett jeden Euro wert.
Am nächsten Mittag dann endlich die Erlösung: Mein Gepäck ist angekommen und im Coffee Palace Backpackers war dann auch ein Bett frei.
Nach drei Tagen in Melbourne gings dann nach Tasmanien. Mit dabei war eine Japanerin die ich auf Gumtree kennen gelernt habe. Gumtree ist in Australien eine große Kleinanzeigen-Plattform. Dort findet man alles rund ums Reisen. Von Unterkünften über Jobs bis zu Mitfahrgelegenheiten und vieles mehr.
Tasmanien
Seit knapp einer Woche sind wir jetzt mit dem Mietwagen unterwegs und fahren vom Süden aus die Ostküste hoch. Die Landschaft hier ist einfach der Wahnsinn. Eben noch mitten im dichten Regenwald – und eine Stunde später fährt man plötzlich durch eine trockene, fast schon wüstenartige Gegend. Diese Kontraste sind echt beeindruckend.
Inzwischen läuft’s ganz gut mit dem Linksverkehr und dem Automatikauto. Nur manchmal erwische ich mich noch dabei, auf der falschen Seite einsteigen zu wollen oder beim Abbiegen statt dem Blinker den Scheibenwischer anzumachen.
Übernachtet wird ganz flexibel: mal auf günstigen Campgrounds, mal im Auto oder im Hostel – je nachdem, wie das Wetter gerade mitspielt. Gekocht wird meistens ganz simpel mit dem Gaskocher.
Und dann wäre da noch ein echtes Highlight: Oettinger Bier. Ja, genau das aus Deutschland. Komplett verrückt – wird einmal um die halbe Welt geschifft und ist hier trotzdem noch das billigste Bier im Regal. Und das, obwohl Australien eigentlich genug eigene Biere hat.
Schon gewusst?
Der Ameisenigel ist ein kleines, stacheliges Säugetier aus Australien. Er gehört zu den wenigen eierlegenden Säugetieren der Welt und ernährt sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten, die er mit seiner langen, klebrigen Zunge aufnimmt. Trotz seiner Stacheln ist er ein ziemlich ruhiges und scheues Tier
Schon gewusst?
Der Tasmanische Teufel ist ein kleines, kräftiges Beuteltier, das nur noch auf der Insel Tasmanien vorkommt. Er ist vor allem für seine lauten, unheimlichen Schreie und sein überraschend starkes Gebiss bekannt.
Trotz seines furchteinflößenden Namens ist er kein gefährlicher Jäger, sondern hauptsächlich ein Aasfresser. Leider ist der Tasmanische Teufel heute bedroht, vor allem durch eine ansteckende Krebserkrankung, die große Teile der Population dezimiert hat
Great Ocean Road
Heute Abend bin ich in Adelaide, South Australia angekommen – und ich muss sagen: Die letzten zwei Tage waren einfach nur genial.
Vorgestern habe ich spontan eine Bustour entlang der Great Ocean Road gebucht. Und ich hatte richtig Glück: Unser Tourguide und Busfahrer war ein Deutscher, der vor elf Jahren ausgewandert ist – und ich bekam den Beifahrersitz. Bedeutet: 650 Kilometer lang quatschen, Stories hören und jede Menge Insiderwissen aufsaugen. Besser geht’s kaum.
Die absoluten Highlights waren für mich die Twelve Apostles und die Loch Ard Gorge. Beides sind beeindruckende Felsformationen, die als Überreste der langsam erodierenden Küstenlinie übrig geblieben sind. Die Natur hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet.
Der Ausblick dort war einfach überwältigend. So ein Moment, bei dem man einfach nur dasteht und denkt: „Wow.“ Auf Fotos kommt das Ganze leider nur halb so gut rüber – das muss man wirklich selbst gesehen haben.
Schon gewusst?
Koalas sind baumbewohnende Beuteltiere aus Australien, die fast ihr gesamtes Leben in Eukalyptusbäumen verbringen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Eukalyptusblättern, die schwer verdaulich und nährstoffarm sind – deshalb schlafen Koalas bis zu 20 Stunden am Tag, um Energie zu sparen. Mit ihren kräftigen Greifhänden und scharfen Krallen sind sie perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst. Jedes Tier hat außerdem eine Art „Lieblingsbaum“ und bewegt sich nur selten über größere Strecken. Leider sind Koalas heute durch Lebensraumverlust, Krankheiten und Buschbrände zunehmend bedroht.
von Adelaide nach Alice Springs...
… ist der erste Teil der Tour, die ich bei „Adventure Tour“ gebucht habe.
Wir waren insgesamt 19 Leute plus unser Guide Luke – eine ziemlich coole Truppe. Der Tagesablauf hatte es allerdings in sich: Fast jeden Morgen ging’s vor 5 Uhr raus. Kurz duschen, schnell Frühstück vorbereiten und dann direkt ab in den Bus.
Morgens standen meistens längere Wanderungen auf dem Programm – oft 2 bis 3 Stunden. Mittags wurde es dann etwas entspannter mit kürzeren Walks zu verschiedenen Lookouts, bei denen wir die Landschaft genießen konnten.
Auch beim Essen lief alles gemeinschaftlich: Wir haben jeden Tag zusammen gekocht. Mittags gab’s meistens Sandwiches oder Wraps, abends wurde fast immer gegrillt. Und da wurde es teilweise richtig spannend: Känguru, Wasserbüffelsteaks und sogar Kamelwürste standen auf dem Speiseplan.
Känguru hätte ich mir ehrlich gesagt nie selbst gekauft – aber wenn’s schon angeboten wird… also probiert. Und ich muss sagen: überraschend lecker!
Landschaftlich war die Tour einfach der Hammer. Wir haben unter anderem die Flinders Ranges gesehen, waren in der Opal-Stadt Coober Pedy, am Ayers Rock, bei den Olgas, im Kings Canyon und in Alice Springs unterwegs.
von Alice Springs nach Darwin und Kakadu Nationalpark
Der zweite Teil der Tour führte uns von Alice Springs über Darwin bis in den Kakadu Nationalpark. Und gleich am ersten Tag wurde klar: „Adventure Tours“ heißt nicht ohne Grund so . Durch die heftigen Regenfälle der letzten Wochen standen große Teile des Landes unter Wasser – teilweise auch die Straßen. Unser Bus konnte maximal durch etwa 20 cm tiefes Wasser fahren. Meistens ging das auch irgendwie klar… bis zu dieser einen Stelle. Dort standen über 50 cm Wasser auf der Straße. Umkehren war keine wirkliche Option – also blieb nur eins: improvisieren. Wir haben den Luftfilter ausgebaut, alles mit Plastiktüten und Klebeband so gut es ging abgedichtet… und dann hieß es: schieben. Ganze 300 Meter durch knietiefes Wasser. Ziemlich verrückt, ziemlich anstrengend – aber genau solche Momente sind es, die die Reise unvergesslich machen.
Die nächsten Tage hatten nochmal richtig viele Highlights zu bieten. Immer wieder sind wir an Wasserlöchern vorbeigekommen, in denen wir – sofern keine Krokodile drin waren – auch baden konnten.
Ein würdiger Abschluss der Tour war dann unser letztes gemeinsames Fest in Darwin. Nach all den frühen Morgenstunden, Wanderungen und Abenteuern genau das Richtige. Und dann noch ein kleines Klischee am Rande: Offenbar haben Deutsche hier den Ruf, ziemlich gut im Biertrinken zu sein. Jedenfalls wollte sich ständig jemand aus unserer internationalen Truppe mit mir messen. Und naja… Ehrensache, dass ich da nicht kneife
Great Barrier Reef - Cairns
Früh morgens ging’s los – etwa 1,5 Stunden mit dem Boot hinaus aufs Riff. Allein die Fahrt dorthin war schon ziemlich beeindruckend, aber das eigentliche Highlight wartete natürlich unter Wasser.
Am Riff selbst haben wir an drei verschiedenen Spots angelegt. An jedem hatten wir ungefähr 1,5 Stunden Zeit zum Schnorcheln oder Tauchen – also genug Zeit, um ordentlich was zu sehen.
Klar, die Farben der Korallen und Fische waren nicht ganz so knallig, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Aber trotzdem: Es war einfach richtig schön. Als Tourist darf man nicht an die unberührten Spots kommt – was auch besser so ist. Hier legen täglich unzählige Boote mit jeweils 50 bis 80 Leuten an.
Trotzdem gab’s einiges zu entdecken: jede Menge verschiedene Fische und Korallen, dazu sogar ein Riffhai und eine Schildkröte. Nur der Clownfisch hat sich leider nicht blicken lassen.
Sydney
Aufgrund schwerer Unwetter und Überschwemmungen, die insbesondere die Ostküste trafen, bin ich von Cairns nach Sydney geflogen.
Sydney ist eine der bekanntesten Städte Australiens und verbindet Großstadleben mit entspanntem Küstenflair. Besonders beeindruckend sind das berühmte Opernhaus und die Harbour Bridge, die direkt am riesigen Naturhafen liegen.
Die Stadt hat unglaublich viel zu bieten: schöne Strände wie Bondi Beach, lebendige Viertel, viele Cafés und eine entspannte Atmosphäre.
Was Sydney für mich besonders macht, ist dieser Mix: morgens durch die Stadt laufen, mittags am Strand chillen und abends wieder mitten im Stadtleben sein.