Tag 1: Ankunft in Chicago
Nach einem angenehmen und pünktlichen Flug von Frankfurt bin ich gegen 14:30 Uhr in Chicago gelandet. Die Einreise und die Gepäckausgabe verliefen ohne größere Probleme, sodass ich schon kurze Zeit später mit dem Taxi zu meinem ersten Motel fahren konnte.
Dort angekommen stand direkt die erste wichtige Aufgabe an: das Fahrrad wieder zusammenbauen. Nach dem Transport im Flugzeug musste alles sorgfältig montiert und überprüft werden. Zum Glück hat alles gut geklappt, und am Ende stand das Rad fahrbereit vor mir.
Den Rest des Tages habe ich genutzt, um mein Gepäck zu sortieren, die Ausrüstung zu verstauen und alles für die erste Etappe vorzubereiten. Morgen geht es dann endlich auf den Sattel und die eigentliche Tour durch die USA startet. Die Vorfreude ist riesig!


Tag 2: von Chicago nach Jolie
Der erste Radtag hätte wettertechnisch kaum schlechter beginnen können. Gewitter, Starkregen und teilweise überflutete Straßen machten den Start alles andere als einfach. Trotzdem ging es los.
Am Ende standen 77 Kilometer auf dem Tacho. Die Strecke führte durch eine schöne Flusslandschaft mit viel Grün und kleinen, ruhigen Dörfern. Schade nur, dass das Wetter die Eindrücke etwas getrübt hat – bei Sonnenschein wäre die Landschaft sicher noch beeindruckender gewesen.
Auch wenn der Auftakt anstrengender war als erhofft, gehören solche Tage wohl zu einer langen Radreise dazu. Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Wetter in den nächsten Tagen etwas mehr mitspie




Tag 3: Joliet nach Chenoa
Ab heute folge ich größtenteils der legendären Route 66. Sie wurde 1926 eröffnet und verband einst Chicago mit Santa Monica in Kalifornien – auf rund 4.000 Kilometern. Auch wenn sie seit den 1980er-Jahren offiziell keine Bundesstraße mehr ist, gilt sie bis heute als eine der bekanntesten Straßen der Welt und steht wie kaum eine andere für Freiheit, Roadtrips und den amerikanischen Westen.
Für Radfahrer gibt es mit der Bike Route 66 eine Streckenführung, die sich möglichst nah am historischen Verlauf der Route 66 orientiert. Wo die Originalstraße heute stark befahren oder nicht mehr befahrbar ist, führt die Route über ruhigere Nebenstraßen. Genau dieser Strecke werde ich in den kommenden Wochen größtenteils folgen.
Meine heutige Etappe führte über etwas mehr als 120 Kilometer bis nach Chenoa. Damit war der erste richtig lange Tag geschafft.





Tag 4: Chenoa nach Lincoln
Heute ging es weiter nach Lincoln. Die Etappe war vor allem eines: heiß. Bei den hohen Temperaturen war regelmäßiges Trinken sehr wichtig. Gut dass ich drei Trinkflaschen habe. Somit konnte ich die Distanzen zwischen den Supermärkten/Tankstellen überbrücken.
Lincoln ist eine kleine Stadt im Bundesstaat Illinois und wurde nach Abraham Lincoln benannt – noch bevor er Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Er selbst hielt sich mehrfach in der Region auf und arbeitete dort als Anwalt. Heute erinnert die Stadt mit mehreren historischen Gebäuden und Denkmälern an diese Zeit und ist ein beliebter Zwischenstopp für Reisende auf der Route 66.
Nach den Kilometern in der Hitze war das Tagesziel erreicht. Die nächsten Etappen führen weiter Richtung Westen – immer der Route 66 folgend.








Tag 5: Lincoln nach Litchfield
Vor der heutigen Etappe habe ich noch einen kurzen Stopp im Walmart eingelegt und mir ein Pfefferspray besorgt. Je weiter ich ins ländliche Amerika komme, desto häufiger denke ich an meine erste Tour vor ein paar Jahren zurück. Damals hatte ich immer wieder unangenehme Begegnungen mit Hunden. Bisher ist auf dieser Reise zwar noch keiner aufgetaucht, aber das Spray gibt einfach ein besseres Gefühl.
Die Strecke führte erneut durch viele kleine Orte entlang der Route 66. Viele der alten Gebäude erinnern noch an die Blütezeit der Straße. Dazu kommen unzählige Wandgemälde, Schilder und andere Route-66-Motive, die den Charme dieser historischen Strecke ausmachen. Es gibt unterwegs immer wieder etwas zu entdecken.
Ganz ohne Zwischenfall blieb der Tag allerdings nicht. Ich hatte meinen ersten Plattfuß am Vorderrad. Zum Glück war die Ursache schnell gefunden: Das Ventil war defekt. Da ich Ersatzventile dabei habe, war der Reifen schnell wieder einsatzbereit.
Zum Schluss gab es noch einen unerwarteten Fund: Am Straßenrand lag Benny, das Mc Donalds Maskottchen der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft. Den konnte ich natürlich nicht liegen lassen. Jetzt hat Benny seinen Platz am Lenker gefunden und begleitet mich ab sofort auf den weiteren Kilometern Richtung Westen




Tag 6: Litchfield nach Fairmont City
Hügel, Kuriositäten und die größte Ketchupflasche der Welt
Die heutige Etappe hatte es in sich. Nach den eher flachen Tagen wurde die Strecke deutlich hügeliger. Mit einem voll bepackten Fahrrad merkt man jeden einzelnen Anstieg – entsprechend anstrengend war der Tag.
Entlang der Route 66 gab es dafür wieder einige der typischen skurrilen Sehenswürdigkeiten. Ein Stopp war am Pink Elephant Antique Mall in Livingston. Vor dem Gebäude stehen ein riesiger pinker Elefant, eine Giraffe, alte Polizeiautos und weitere überdimensionale Figuren – ein bunter Mix, der seit Jahren zu den bekanntesten Fotomotiven an der Route 66 gehört. Direkt daneben befindet sich das Twistee Treat Diner, ein im Stil der 1950er-Jahre gestaltetes Restaurant, das perfekt zum nostalgischen Flair der Mother Road passt.
Danach führte die Strecke über ruhige Waldabschnitte und durch viele kleine Orte, in denen die Route 66 immer noch präsent ist. Zum Abschluss des Tages erreichte ich Collinsville und damit eine weitere berühmte Attraktion: die größte Ketchupflasche der Welt. Genau genommen handelt es sich um einen 1949 gebauten Wasserturm in Form einer Brooks-Catsup-Flasche. Ob man das unbedingt gesehen haben muss, darüber lässt sich streiten – aber irgendwie gehört so etwas auf einer Route-66-Reise einfach dazu.






Tag 7: Ruhetag
Heute war Ruhetag. Nach den ersten Etappen tat es gut, einmal nicht auf dem Fahrrad zu sitzen.
Die Zeit habe ich genutzt, um mein Gepäck neu zu organisieren. In den letzten Tagen war das Suchen nach bestimmten Sachen oft ein Glücksspiel, weil sich alles auf die vielen Packtaschen verteilt hatte. Jetzt hat möglichst jeder Gegenstand seinen festen Platz. Mal sehen, ob sich das in den nächsten Tagen bewährt.
Außerdem habe ich versucht, den Reiseblog auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Bearbeitung auf dem Tablet ist allerdings deutlich umständlicher als am PC. Ich hoffe, dass ich mich mit der Zeit daran gewöhne und etwas Routine bekomme. Solange es Spaß macht, werde ich den Blog weiterführen – sollte der Aufwand irgendwann zu groß werden, genieße ich lieber die Reise.
Den Rest des Tages habe ich für die weitere Routenplanung genutzt. Inzwischen steht die Entscheidung fest: Ich bleibe auf der Route 66 und folge ihr weiter Richtung Westen. Die Alternative wäre die TransAmerica Route gewesen, auch als Bicycle Route 76 bekannt. Sie ist zwar deutlich kürzer, führt aber über deutlich abgelegenere Abschnitte mit größeren Entfernungen zwischen Orten, Einkaufsmöglichkeiten und Unterkünften. Entscheident war aber die Verkehrssicherheit. Auf der TransAmerica ist diese wohl nicht so gegeben. Auf der Route 66 ist die Infrastruktur einfach besser, auch wenn sie insgesamt länger ist und mehr Höhenmeter mit sich bringt. Für diese Reise erscheint mir das die sinnvollere Wahl.
Tag 8: von Fairmont City nach Saint Clair
.Heute stand wieder eine größere Etappe an: über 100 Kilometer und knapp 1.000 Höhenmeter. Entsprechend anstrengend wurde der Tag, vor allem weil es unterwegs immer wieder ordentlich bergauf und bergab ging.
Von Fairmont City führte mich die Strecke zunächst direkt nach St. Louis. Ich war früh am Morgen unterwegs, sodass es in der Stadt noch angenehm ruhig war und ich mit dem Fahrrad einigermaßen gut durchkam.
Dann ging es über den Mississippi – und damit gleichzeitig über die Staatsgrenze von Illinois nach Missouri. Auf der anderen Seite führte mein Weg zum Gateway Arch, dem Wahrzeichen von St. Louis. Der riesige Edelstahlbogen ist 192 Meter hoch und an seiner Basis genauso breit. Entworfen wurde er vom finnisch-amerikanischen Architekten Eero Saarinen, fertiggestellt wurde er 1965. Der Arch erinnert an die historische Rolle von St. Louis als Ausgangspunkt für die Erschließung des amerikanischen Westens und ist heute das höchste Monument der USA.
Da ich so früh dort war, war rund um den Arch noch erstaunlich wenig los. Ein ziemlicher Kontrast zu dem, was dort vermutlich ein paar Stunden später los ist.
Danach ging es weiter durch St. Louis. Die Strecke blieb sehr hügelig, führte aber auch an einigen schönen Häuserfassaden und vielen Graffitis und Wandgemälden vorbei. Nach dem Großstadtverkehr kam ein kleiner, ruhiger Park gerade recht – plötzlich war es wieder grün und idyllisch und vom Trubel der Stadt kaum noch etwas zu merken.
Unterwegs gab es dann noch meine erste Begegnung mit einem Gürteltier. Leider keine besonders erfreuliche, denn es lag überfahren am Straßenrand. Trotzdem war es das erste Mal, dass ich überhaupt eines in freier Wildbahn gesehen habe.
Am Abend wird dann häufig selbst gekocht. Dafür habe ich einen kleinen Gaskocher dabei. Große Kochkunst entsteht darauf zwar nicht, aber Nudeln mit etwas Chicken und dazu ein bisschen Obst oder Gemüse erfüllen nach einem langen Tag auf dem Fahrrad durchaus ihren Zweck.









Tag 9: St. Clair nach St. James
Die heutige Etappe war vor allem körperlich ziemlich fordernd aufgrund der hohen Temperaturen. Die Strecke war auch deutlich hügeliger als erwartet, und mit dem voll beladenen Fahrrad machen sich die vielen Anstiege irgendwann bemerkbar.
Unterwegs ging es durch einige idyllische alte Dörfer mit schönen Wandgemälden, alten Geschäften und Stores. Vieles sieht aus, als hätte sich in den letzten Jahrzehnten nicht allzu viel verändert.
In Fanning stand dann eine der etwas kurioseren Sehenswürdigkeiten des Tages: der „Route 66 Red Rocker“. Der knapp 13 Meter hohe Schaukelstuhl wurde 2008 gebaut und war damals tatsächlich der größte Schaukelstuhl der Welt. Das aus Stahl gebaute Teil wiegt rund 12,5 Tonnen. Mittlerweile gibt es in Casey, Illinois, einen noch größeren – Fanning muss sich also mit Platz zwei begnügen.
Später kam ich noch an einem alten Trödel- und Antiquitätenladen vorbei. Vollgestellt mit allen möglichen alten Sachen und vom Erscheinungsbild her ein bisschen wie bei den Ludolfs.







Tag 10: St. James nach St. Robert
Heute war mit knapp 70 Kilometern eine etwas kürzere Etappe angesagt. Die Strecke verlief größtenteils abseits der stark befahrenen Highways. Statt Verkehr gab es viel Land, Wiesen und vor allem deutlich mehr Ruhe als an den vergangenen Tagen.
Unterwegs habe ich meine erste Schildkröte gesehen. Für ein Foto war sie allerdings nicht zu haben – kurz bevor ich das Handy bereit hatte, zog sie sich in ihren Panzer zurück. Ich habe sie noch von der Straße an den Rand gebracht und eine Weile gewartet, ob sie sich wieder zeigt. Sie hatte offensichtlich mehr Geduld als ich. Bevor mich die Mücken komplett zerfressen konnten, bin ich schließlich weitergefahren.
Später ging es über die alte Devil’s Elbow Bridge über den Big Piney River. Die Stahlbrücke stammt aus dem Jahr 1923 und ist damit sogar älter als die Route 66 selbst. Von 1926 bis 1943 führte die Route 66 über diese Brücke. Der ungewöhnliche Name „Devil’s Elbow“ kommt übrigens von der scharfen Flussbiegung an dieser Stelle: Früher blieben dort beim Holztransport immer wieder Baumstämme hängen, weshalb die Holzfäller die Stelle als „a devil of an elbow“ bezeichneten.
Danach kamen wieder einige der für die Gegend typischen Trödelmärkte, Antiquitätenläden und kleinen Verkaufsstellen von Künstlern.
Und schließlich landete ich in Uranus, Missouri. Das ist weniger eine richtige Ortschaft als vielmehr eine bewusst schräge Touristenattraktion. Mittelpunkt ist die 2015 eröffnete „Uranus Fudge Factory & General Store“. Rundherum stehen Dinosaurier, alte Busse und Autos und allerlei andere kuriose Relikte und Fotomotive. Dazu gehört auch das Auto mit dem Huhn – insgesamt eine ziemlich wilde Sammlung, bei der offenbar das Motto gilt: Je verrückter, desto besser.












Tag 11: St. Robert nach Lebanon
Die Hitze wird von Tag zu Tag stärker. Deshalb bin ich heute bereits um 6 Uhr morgens losgefahren. Viel früher möchte ich eigentlich nicht starten, denn ein bisschen Tageslicht sollte schon da sein. Im Dunkeln mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist mir einfach zu gefährlich.
Um 6 Uhr dagegen war es noch angenehm kühl und ließ sich sehr gut fahren. Diesen Rhythmus werde ich wohl auch die nächsten Tage beibehalten: früh los und möglichst gegen 11 oder 12 Uhr am Ziel sein. Danach wird es momentan einfach unangenehm heiß. Die Temperaturen liegen tagsüber bei 35 bis 38 Grad, gefühlt teilweise sogar über 40 Grad. Da muss ich nicht unbedingt noch auf dem Fahrrad sitzen.
Die heutige Etappe war relativ kurz, sodass ich schon am späten Vormittag am Ziel war. Unterwegs gab es wieder einige schöne Wandmalereien zu sehen, die inzwischen fast schon zum täglichen Straßenbild gehören.
Den freien Nachmittag habe ich unter anderem für einen Besuch im Waschsalon genutzt. Noch wichtiger war allerdings eine kleine Gewichtsoptimierung: Fünf Kilo Gepäck gehen zurück nach Deutschland. Einige Dinge haben sich schlicht als überflüssig herausgestellt und jeden Tag fünf zusätzliche Kilo über die Hügel zu schleppen, macht wenig Sinn.
Ob ich davon später noch etwas vermissen werde, wird sich zeigen. Im Notfall muss ich eben etwas nachkaufen. Aber momentan fällt es mir zumindest schwer, einen guten Grund zu finden, bei diesen Temperaturen eine Daunenjacke quer durch die USA zu transportieren.
Ab morgen geht es also fünf Kilo leichter weiter.





Hier lieg ich nun und erstell die Berichte für die Homepage. Parallel dazu läuft auf Youtube ein Bericht von Hans Maggi. Sucht mal danach. Er ist mit seiner Freundin einmal um die Welt geradelt und macht jetzt grad Soloturen in Afrika. Lohnt sich !!!
Tag 12: Lebanon nach Springfield
Auch heute ging es wieder in der Dämmerung los. Die ersten Kilometer führten durch ländliche Gegenden – und dort musste ich mein grünes Trikot gleich mehrfach verteidigen.
Einige Farmhunde waren offenbar der Meinung, dass ein vorbeifahrender Radfahrer eine gute Gelegenheit für einen Jagd ist. Zum Glück kamen die Hunde bisher immer an Stellen, an denen es flach oder bergab ging oder ich schon etwas Vorsprung hatte. Dennoch war es mehrfach echt brenzlig. An einer Steigung würde die Sache vermutlich anders ausgehen. Ausgerüstet bin ich inzwischen jedenfalls: zweimal Pfefferspray und zusätzlich eine kleine Stadion-Gasdruckfanfare. Darauf ankommen lassen will ich es nicht– im Zweifelsfall ist mir ein gewonnener Sprint deutlich lieber.
Irgendwann erreichte ich Springfield, Missouri. Beim Durchfahren habe ich mir ein wenig von der Stadt angesehen. besonders schön waren die Wandmalereien, diesmal teilweise über mehrere Stockwerke. Springfield hat inzwischen eine ganze Reihe solcher Murals, darunter natürlich auch einige mit Bezug zur Route 66.
Meine Unterkunft für die Nacht war das Rockwood Motor Court. Das besteht nicht aus einem großen Motelgebäude, sondern aus mehreren kleinen, einzelnen Häuschen. Alles ist sehr gepflegt und sowohl innen als auch außen schön hergerichtet. Dadurch hebt sich das Rockwood deutlich von den üblichen Motels ab, in denen ich sonst übernachte. Auch historisch passt es zur Strecke: Das Motor Court liegt direkt an der alten Route 66 und gehört zu den klassischen erhaltenen Unterkünften aus der Zeit, als solche kleinen Motor Courts typisch für Reisen durch die USA waren.
Am Abend ging es dann noch ins nahegelegene Route 66 Car Museum. Das Museum wurde 2016 eröffnet und geht auf die private Sammlung von Guy Mace zurück, der 1990 mit einem Jaguar angefangen und seine Sammlung über viele Jahre erweitert hat. Heute stehen dort mehr als 75 Fahrzeuge aus rund 100 Jahren Automobilgeschichte – vom REO Runabout aus dem Jahr 1907 bis zu deutlich moderneren Fahrzeugen.
Neben klassischen amerikanischen Autos stehen dort auch europäische Sportwagen und einige Fahrzeuge mit Filmbezug. Dazu gehören unter anderem ein DeLorean im Stil von „Zurück in die Zukunft“, ein Ghostbusters-Ectomobile und ein Nachbau des Batmobils.










Tag 13: Ruhetag in Springfield
Heute war eigentlich Ruhetag in Springfield. Ganz ohne Fahrrad ging es dann aber doch nicht. Morgens bin ich recht früh zu einer kleinen Stadtbesichtigung aufgebrochen und später noch ein- oder zweimal zum Einkaufen gefahren. Am Ende kamen so trotz Ruhetag rund 40 Kilometer zusammen.
Damit war gleichzeitig eine kleine Marke erreicht: Die ersten 1.000 Kilometer dieser Tour sind geschafft.
Den restlichen Tag habe ich vor allem damit verbracht, mir Gedanken über den weiteren Verlauf der Reise zu machen. In den vergangenen Tagen wurde immer deutlicher, dass es zunehmend schwieriger wird, die geplante Strecke von Ost nach West wie vorgesehen fortzusetzen. Die hohen Temperaturen sind auf Dauer zu heftig.
Ich habe mir verschiedene lokale Wetterberichte und Vorhersagen für die kommenden zwei Wochen angesehen, und die waren sich leider ziemlich einig: extreme Hitze mit Temperaturen bis zu 44 Grad, dazu anhaltender Wind aus südlicher beziehungsweise südwestlicher Richtung – für mich also überwiegend Gegenwind – und teilweise Böen von 50 bis 60 km/h.
Dazu kommen die Erfahrungen der letzten Tage mit den Farmhunden und Abschnitte auf stark befahrenen Straßen wie dem US Highway 50. In der Summe ist das für mich ein Punkt, an dem ich sagen muss: Die Route unter diesen Bedingungen einfach weiterzufahren, wäre nicht mehr vernünftig. Es würde nicht nur extrem anstrengend, sondern vor allem gesundheitlich und im Straßenverkehr zunehmend gefährlich werden.
Deshalb habe ich heute eine größere Entscheidung getroffen: Die Reise geht weiter, aber anders als ursprünglich geplant.
Ich werde mir ein Auto besorgen und von Missouri aus über einige Nationalparks Richtung Seattle fahren. Dort steige ich wieder aufs Fahrrad und setze die Tour an der Westküste fort. Geplant ist zunächst, die Pazifikküste mindestens bis San Francisco hinunterzufahren. Wie es danach weitergeht, entscheide ich unterwegs.
Der Traum einmal die USA zu durchqueren hat sich somit vermutlich erledigt. Im Nachhinein wäre es wohl schlauer gewesen der Mehrheit der Quellen zu folgen, und im Frühjahr von West nach Ost zu fahren.





Tag 14: Springfield – Sioux City
Nach der Entscheidung vom Vortag begann der Morgen erst einmal ganz entspannt mit einem gemütlichen Frühstück. Danach bin ich noch kurz in die Stadt gefahren, bevor ich gegen 13 Uhr am Flughafen meinen Mietwagen abgeholt habe.
Anschließend ging es zurück zum Motel, Gepäck und Fahrrad wurden im Auto verstaut und dann hieß es erst einmal: Strecke machen Richtung Norden. Das Tagesziel war Sioux City in Iowa.
Die Fahrt dorthin war, vorsichtig ausgedrückt, wenig spektakulär. Über weite Strecken ging es einfach geradeaus, links und rechts Maisfelder, Soja und alles Mögliche, was hier sonst noch so angebaut wird. Relativ spät am Abend kam ich schließlich in Sioux City an.
Sioux City liegt direkt am Missouri River, ganz im Westen von Iowa und nahe der Grenzen zu Nebraska und South Dakota. Die Stadt entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und entwickelte sich durch ihre Lage am Missouri zunächst zu einem wichtigen Handels- und Verkehrsknotenpunkt. Später sorgte vor allem die Eisenbahn für starkes Wachstum; zwischen 1870 und 1890 stieg die Einwohnerzahl von etwa 3.400 auf mehr als 37.000.
Tag15: Sioux City – Keystone
Das heutige Ziel war Keystone in South Dakota. Auf dem Weg dorthin habe ich zunächst an einem Sioux-Museum Halt gemacht. Das war allerdings eher enttäuschend – nach ungefähr zwei Minuten war ich wieder draußen. Immerhin war der Eintritt kostenlos, also hielt sich der Schaden in Grenzen.
Deutlich interessanter war der nächste Stopp bei 1880 Town in der Nähe von Midland. Die Anlage ist eine nachgebildete Westernstadt mit zahlreichen historischen Gebäuden und Gegenständen aus der Zeit zwischen etwa 1880 und 1920. Alte Wohnhäuser, eine Schule, ein Saloon und jede Menge Originalstücke vermitteln einen ganz guten Eindruck davon, wie es hier vor mehr als 100 Jahren ausgesehen haben könnte.
Interessant ist auch die Verbindung zum Film „Der mit dem Wolf tanzt“ mit Kevin Costner, der zu großen Teilen in South Dakota gedreht wurde. In 1880 Town sind Requisiten und Erinnerungsstücke aus dem Film ausgestellt, darunter auch ein original Planwagen, der bei den Dreharbeiten verwendet wurde.
Danach ging es weiter durch die Great Plains. Hier bekommt man erst einmal einen Eindruck davon, wie groß dieses Land tatsächlich ist. Grasland und Prärie reichen scheinbar endlos bis zum Horizont, und zwischendurch ist über weite Strecken kaum etwas zu sehen.
Das eigentliche Highlight des Tages waren für mich aber die Badlands. Der Nationalpark hat mir richtig gut gefallen. Nach der endlosen Graslandschaft tauchen plötzlich diese zerklüfteten, teilweise fast unwirklich wirkenden Felsformationen auf. Spitzen, Schluchten und verschiedenfarbige Gesteinsschichten wechseln sich ständig ab und bieten hinter jeder Kurve einen neuen Ausblick.
Die Landschaft ist über Millionen Jahre durch Ablagerungen entstanden und wird seit etwa 500.000 Jahren durch Wind und Wasser wieder abgetragen. Gleichzeitig gehören die Badlands zu den bedeutendsten Fossilienfundstätten Nordamerikas.
Ich habe dort noch eine etwa zweistündige Wanderung gemacht und bin zu mehreren Aussichtspunkten gelaufen. Dadurch konnte ich die Landschaft noch einmal ganz anders erleben als nur vom Auto aus. Für mich bisher definitiv eines der landschaftlichen Highlights der Reise.
Am Abend erreichte ich schließlich Keystone. Schon den ganzen Tag hatte ich mich gewundert, warum dermaßen viele Motorräder unterwegs sind. In Keystone selbst wurde es dann noch deutlicher: Motorräder überall, und ständig fuhren Gruppen durch den Ort.
Die Erklärung lag nicht weit entfernt: Im rund 60 Kilometer entfernten Sturgis findet gerade die berühmte Sturgis Motorcycle Rally statt. Das Treffen gibt es seit 1938 und gehört heute zu den größten Motorradveranstaltungen der Welt. 500.000 Motorradfahrer kommen dafür in die Black Hills und verteilen sich natürlich auch auf die umliegenden Orte.
Eigentlich war das ganz unterhaltsam. Die Motorräder fuhren ständig durch Keystone auf und ab, überall standen Leute und im ganzen Ort war ordentlich Stimmung.
Auf dem Weg vom Motel in den Ort kam dann noch eine weitere amerikanische Kuriosität: Dahl’s Chainsaw Art. Dort werden mit Kettensägen teilweise erstaunlich detaillierte Holzskulpturen hergestellt. Das auffälligste Stück ist „Billie“, der als größter hölzerner Bigfoot der Welt gilt. Er ist selbst im Sitzen knapp sieben Meter hoch. Würde man ihn aufrichten, käme er auf ungefähr 16 Meter. Mehrere Künstler arbeiteten rund einen Monat an der riesigen Figur.
Nach Westernstadt, Filmrequisiten, endloser Prärie, den Badlands, einer zweistündigen Wanderung, unzähligen Motorrädern und einem gigantischen Bigfoot war für einen Tag dann auch genug geboten.





















Tag 16: Custer State Park
Der Tag begann wieder früh, diesmal mit dem Wildlife Loop im Custer State Park. Gerade morgens sind die Chancen am besten, Tiere zu sehen. Der rund 29 Kilometer lange Rundkurs führt durch die offene Prärie- und Hügellandschaft des Parks, der unter anderem für seine große Bisonherde bekannt ist. Mehr als 2.000 Tiere leben hier und können sich weitgehend frei durch den Park bewegen.
Bei meiner ersten Runde hatte ich allerdings noch kein Glück mit den Bisons. Dafür gab es jede Menge Gabelböcke sowie verschiedene Reh- und Hirscharten zu sehen. Da ich später ohnehin noch einmal in die Gegend zurückkommen wollte, habe ich die Bisonsuche erst einmal vertagt.
Als Nächstes stand der Needles Highway auf dem Programm. Die etwa 22 Kilometer lange Panoramastraße führt mitten durch die Black Hills und gehört definitiv zu den spektakuläreren Straßen, die ich bisher gefahren bin. Ihren Namen verdankt sie den schmalen, teilweise nadelförmigen Granitformationen, die hier überall aus der Landschaft ragen. Die Straße schlängelt sich in engen Kurven dazwischen hindurch und führt sogar durch mehrere extrem schmale, direkt in den Fels gesprengte Tunnel. Der bekannteste davon ist der Needles Eye Tunnel, der an seiner engsten Stelle nur rund 2,4 Meter breit ist.
Anschließend ging es an einigen wunderschön gelegenen Seen vorbei wieder zurück zum Wildlife Loop. Das Panorama in den Black Hills ist schon ziemlich beeindruckend – eine Mischung aus Wald, Felsen, Seen und offenen Grasflächen.
Beim zweiten Versuch wollte ich die Sache mit den Bisons etwas gezielter angehen und habe eine Rangerin gefragt, wo sie sich momentan aufhalten. Sie gab mir einen Tipp für eine Gegend, die über einige Gravel Roads erreichbar war. Die Strecken waren überraschend gut befahrbar und der kleine Umweg hat sich mehr als gelohnt.
Diesmal waren die Bisons nicht zu übersehen. Mehrere Herden mit jeweils ungefähr 50 bis 80 Tieren standen in der offenen Landschaft. Insgesamt dürften es um die 300 Bisons gewesen sein. Die Tiere in dieser Anzahl und aus relativ geringer Entfernung zu sehen, war definitiv eines der Highlights des Tages.
Damit war aber noch lange nicht Schluss. Am Nachmittag standen noch zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Black Hills auf dem Programm.
Das Crazy Horse Memorial ist ein gigantisches, bis heute unvollendetes Felsmonument zu Ehren des Lakota-Kriegers Crazy Horse. Mit den Arbeiten wurde bereits 1948 begonnen. Sollte die Skulptur eines Tages vollständig fertiggestellt werden, soll sie rund 195 Meter lang und 172 Meter hoch sein. Allein das bereits vollendete Gesicht von Crazy Horse ist etwa 27 Meter hoch. Das Projekt wird privat finanziert und bewusst ohne staatliche Gelder weitergeführt. Wann das gesamte Monument fertig sein wird, steht bis heute nicht fest.
Danach ging es zum deutlich bekannteren Mount Rushmore. Zwischen 1927 und 1941 wurden dort die rund 18 Meter hohen Köpfe der vier US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln in den Granit gesprengt und gemeißelt. Bildhauer Gutzon Borglum wollte mit den vier Präsidenten wichtige Phasen der amerikanischen Geschichte darstellen – von der Gründung des Landes über seine Expansion bis zu seiner Entwicklung und Bewahrung.
Nach Wildlife Loop, Needles Highway, rund 300 Bisons, Crazy Horse und Mount Rushmore war das ein ziemlich vollgepackter Tag – und landschaftlich wie auch von den Eindrücken her einer der abwechslungsreichsten bisher.


















Tag 17: Keystone nach Billings
Heute gab es nicht besonders viel zu berichten. Der Tag bestand in erster Linie daraus, mit dem Auto Kilometer zu machen und weiter Strecke Richtung Westen zurückzulegen.Dabei ging es wieder über die Great Plains. Einerseits kann diese Landschaft auf Dauer ziemlich eintönig werden: kilometerlange Straßen, Grasland und am Horizont scheinbar nichts. Andererseits hat genau diese endlose Weite auch etwas Faszinierendes. Man kann teilweise unglaublich weit schauen und bekommt noch einmal ein ganz anderes Gefühl dafür, welche Dimensionen dieses Land hat. Als Zwischenstopp hatte mir die KI den Devils Tower in Wyoming vorgeschlagen. Der gewaltige Fels ragt ziemlich unvermittelt rund 265 Meter über die umliegende Landschaft hinaus und ist schon aus großer Entfernung gut zu erkennen.
Geologisch ist der Devils Tower besonders interessant. Er besteht aus erstarrtem Magma, das vor rund 50 Millionen Jahren unter der Erdoberfläche abkühlte. Beim langsamen Abkühlen zog sich das Gestein zusammen und bildete die markanten, meist fünf- oder sechseckigen Säulen, die heute fast senkrecht am Felsen verlaufen. Über Millionen Jahre wurde das weichere Gestein rundherum durch Erosion abgetragen, während der deutlich härtere Gesteinskern stehen blieb. Wie genau das Magma ursprünglich in das umliegende Gestein eindrang und welche Form die Struktur damals hatte, ist unter Geologen allerdings bis heute nicht vollständig geklärt.Der Devils Tower war übrigens 1906 das erste National Monument der USA, nachdem Präsident Theodore Roosevelt das Gebiet unter Schutz gestellt hatte. Für mehrere indigene Völker der Region ist der Ort zudem seit langer Zeit heilig. Ich habe mir allerdings die 20 Dollar für die Zufahrt gespart und mich mit einem Foto aus der Ferne begnügt. Von dort war er auch ganz gut zu sehen


Tag 18: von Billings nach Kellogg
Auch heute stand wieder ein längerer Fahrtag an, allerdings mit einigen Zwischenstopps. Der erste führte mich nach Bozeman ins Museum of the Rockies, das für seine große Dinosaurier- und Fossiliensammlung bekannt ist. Besonders beeindruckend war der T. rex in Originalgröße. Danach ließ ich langsam die Great Plains hinter mir und fuhr immer weiter in die Rocky Mountains. Die Landschaft wurde zunächst hügeliger und schließlich bergig. Zwischendurch machte ich immer wieder kleinere Abstecher in Täler sowie an Flüsse und Seen. Nach den vielen Stunden im Auto wollte ich mich am Nachmittag noch etwas bewegen und suchte mir eine kleine Wanderung heraus. Ein bis zwei Stunden zu Fuß taten meinen alten Knochen gut






Heute habe ich unterwegs mal wieder einen Tourenradler gesehen. Dabei musste ich noch einmal an die Begegnungen mit den Hunden während meiner ersten 1.000 Kilometer denken. In der vergangenen Woche hatte ich dazu einige Berichte anderer Tourenradler gelesen, und manche davon waren schon ziemlich heftig. Ich denke nach wie vor, dass solche Vorfälle vermutlich absolute Ausnahmen sind. Was mich inzwischen etwas nachdenklicher macht, ist die geringe Zahl an Radfahrern, die ich hier überhaupt sehe. Auf meinen ersten 1.000 Kilometern mit dem Fahrrad ist mir gerade einmal ein anderer Tourenradler begegnet. Auf den inzwischen etwa knapp 3.000 Kilometern mit dem Auto waren es noch einmal zwei, dazu vielleicht noch eine Hand voll Rennradfahrer. Natürlich lässt sich daraus keine vernünftige Statistik ableiten, und schwere Zwischenfälle mit Hunden bleiben sicherlich die Ausnahme. Trotzdem wirken die Berichte anders, wenn man merkt, wie wenige Radler hier überhaupt unterwegs sind. Und selbst wenn nichts passiert: Täglich mehrfach von Farmhunden gejagt zu werden, reicht mir persönlich schon. Die paar Streuner die gesehen haben waren friedlich und eher zu bedauern.
Im Folgenden zeige ich euch ein paar Ausschnitte aus Berichten von Radreisenden und amerikanischen Fahrradorganisationen, damit ihr einen Eindruck bekommt, was andere unterwegs erlebt haben:
…besonders in den ländlichen Regionen der Südstaaten und des Mittleren Westens herrscht aufgrund oft laxer Leinenpflichtgesetze und weitläufiger Grundstücke ein massives Problem mit frei laufenden, territorialen Hunden….
…einer der Hunde riss Janelle sofort vom Fahrrad und verbiss sich brutal in sie. Ihr Freund, der hinter ihr fuhr, sprang sofort vom Rad, um die Tiere abzuwehren. Dabei wurde auch er attackiert. In absoluter Notwehr musste er eine Schusswaffe ziehen und tötete einen der Hunde, um das Leben seiner Freundin zu retten. Die Folgen: Janelle erlitt katastrophale Verletzungen. Als die Rettungskräfte eintrafen, hing einer ihrer Arme nur noch an den Sehnen. Aufgrund der Schwere der Bisswunden und schwerwiegender Folgeinfektionen mussten den Ärzten in den darauffolgenden Tagen alle vier Gliedmaßen (beide Arme und beide Beine) amputiert werden….
….die Hunde entwickelten Jagd Aggressionen und griffen systematisch mehrere vorbeifahrende Radfahrer an. Einige Fahrer wurden so schwer gebissen, dass sie in der Notaufnahme landeten. Lokale Radfahr-Communitys berichteten von massiven Traumata (PTBS), zerstörten Fahrrädern und enormen medizinischen Kosten der Opfer….
….ein 64-amerikanischer Radfahrer war am helllichten Tag auf der Route im Madison County im Zentrum von Mississippi unterwegs. Plötzlich stürmte ein Rudel von 8 bis 10 Hunden gleichzeitig von beiden Straßenseiten aus dem Unterholz auf ihn zu. Sie kesselten den Mann auf seinem Fahrrad komplett ein. Der Radfahrer wurde mehrfach schwer in die Beine gebissen, schaffte es jedoch unter Aufbietung aller Kräfte und unter heftiger Gegenwehr, den Hunden irgendwie zu entkommen. Die Nationalparkbehörde musste daraufhin eine offizielle Warnung für Radfahrer und Wanderer herausgeben, diesen Abschnitt komplett zu meiden….
….Die „One-Bite-Rule“: In manchen Staaten gilt rechtlich oft das Prinzip, dass ein Halter erst haftbar gemacht werden kann, wenn der Hund zuvor schon einmal als gefährlich aufgefallen ist oder jemanden gebissen hat. Das schützt fahrlässige Halter im ersten Ernstfall….
….Bewachungs-Mentalität: Viele Hunde auf dem Land werden dort nicht als Haustiere, sondern als frei laufende Hof- und Wachhunde gehalten und verteidigen die Straße vor ihrem Grundstück vehement als ihr Revier….
…zu dieser täglichen Belastung gibt es unzählige Berichte. In Radreise-Foren wie r/bicycletouring auf Reddit wird diese ständige Alarmbereitschaft oft als der psychisch anstrengendste Teil einer US-Durchquerung beschrieben. Man spricht hier humorvoll, aber bitterernst vom „Interval Training by Dog“ (Intervalltraining durch Hunde)….
….in „normalen“ ländlichen Abschnitten: Im Schnitt 2 bis 3 echte Verfolgungsjagden pro Tag, bei denen ein Sprint oder eine aktive Abwehr nötig ist….
…in Extrem-Regionen (z.B. Ost-Kentucky oder Teilen von Mississippi): Radfahrer berichten hier von Spitzenwerten von 6 bis über 10 Hundebegegnungen am Tag….
Das Gute zum Schluss: In Oregon und Kalifornien gilt eine strenge Leinenpflicht. Und ich konnte keine Berichte zu nennenswerte Attacken im Internet finden. Sollte mich doch einer verfolgen, bekommt der eine ordentliche Ladung Pfefferspray in beide Augen. Ich hoffe dass er dann 1 Jahr nix mehr sieht und täglich 10x gegen den Türrahmen oder ein Stuhbein rennt 😉