Radtour USA Teil1 2019
Wie kam es zu dieser "verrückten" Idee
Der Traum einmal durch die USA zu radeln habe ich nun seit 7 Jahen. Es war auf der Fahrt von Page nach Kayenta als wir in der Nähe des Navajo National Monument einen Stopp an einer Tankstelle einlegten. Da saß ein Radler im Schatten des Gebäudes und machte Pause abseits der Mittagshitze. Der Ausrüstung nach zu folgen war er wohl auf einer mehrwöchigen Tour. Als wir weiterfuhren unterhielten wir uns noch einige Zeit lang über ihn. Wir fragten uns wie bescheuert man sein muss und genossen den Luxus des klimatisierten Autos. Aus dem anfänglichen Scherzen entwickelte sich bei mir in den nächsten Tage aber ein immer fixere Idee: „Ich will eines Tages mit Rad quer durch die USA radeln“. Von Küste zu Küste, von Coast to Coast.
So der Plan…allerdings fehlte mir in den folgenden Jahren dann der Mut, der Urlaub und auch die Fitness um das Projekt ernsthaft in Angriff zu nehmen. Der Gedanke lies mich dennoch nie los und somit fasste ich dann im Spätjahr 2018 den Beschluss die Tour (ca. 6.000km) auf zwei oder drei,… Jahre zu verteilen und mit dem ersten Drittel im Jahr 2019 zu starten. Die anfängliche Motivation und das Rollentraining lies recht schnell nach und ich musste einsehen dass es bis zum Frühjahr mit der Fitness nicht klappt. Vermutlich hätte ich es wieder um ein Jahr verschoben wenn nicht ein riesengroßer Zufall/Schicksal eingetroffen wäre. Anfang März musste ich einen Tag Urlaub nehmen da der Wasserzähler gewechselt wurde. An diesem Mittag ging ich dann noch Einkaufen. Auf dem Weg lag das Reisebüro bei welchem ich noch Gutscheine im Wert von 600€ von meinem 40er hatte. Soweit so gut, das Problem war nur dass es am nächsten Tag genauer gesagt in ca. 1,5 Stunden für immer schließt. Da kaum Zeit war um nachzudenken ging´s dann recht fix. Kurz nach Hause Gutscheine holen, Termin festlegen, Chef anrufen zwecks Urlaub, zurück ins Reisebüro und Flug buchen….
Ob das eine gute Idee war oder nicht wird sich zeigen. Da ich null Erfahrungen mit mehrwöchigen Touren habe, ist es durchaus möglich dass mir der Spaß verloren geht und ich nach dem ersten Drittel das Projekt beende. Aber das wird sich zeigen, Eins nach dem anderen, jetzt erst mal motiviert Teil 1 in Angriff nehmen.
Training und sonstige Vorbereitungen
Mit dem Training lass ich es noch recht entspannt angehen. Am Wochenende eine lange Tagestour plus ein kürzere Tour unter der Woche sollten ausreichend sein. Hierbei nutz ich auch abwechselnd das Tourenrad, Mountainbike und E-Bike, wobei letzteres immer weniger zu Einsatz kommt 🙂
Da ich noch keinen Radcomputer für alle Räder besitze kann ich Trainingskilometer nur grob schätzen: ca. 2.500km in 2019
Packliste
Schwieriger wird es dann schon wenn´s um das Gepäck geht. Hier fehlt mir schlicht und einfach die Erfahrung, so dass ich auf Berichte anderer Radreisenden vertrauen muss.
Letzendlich ist es aber auch kein Problem unterwegs was nachzukaufen bzw. Überflüssiges Gepäck zu entsorgen oder nach Hause zu schicken.
Mit diesen Dingen wird gestartet. Gut möglich dass ich mich in paar Wochen drüber lustig mache 🙂
aber momentan scheinen mir all diese Dinge sinnvoll
Tag 1
Route: Flughafen – Motel N.Y.
Die Nacht vor dem Flug ab Frankfurt hab ich im Hotel „Moxy“ verbracht. Dieses Hotel ist definitiv zu empfehlen. Alles neu, sauber, super Personal und nur paar Minuten mit dem Shuttle Bus vom Flughafen entfernt. Nach einem ruhigen Flug ohne Turbulenzen ladete ich dann mit nur wenig Verspätung in N.Y.
Tag 2
Route: Motel 6 Jamaika – Hotel Jane Manhattan
Distanz: 49,2 km inkl. Sightseeing bis ich einchecken konnte
Dauer: 4h
Terrain: eben, 390 HM
Wetter: 34° schwül
Die Fahrt startete mit einem mulmigen Gefühl: Mit dem Rad allein durch N.Y. ohne zu wissen durch welche Viertel mich das Navi führt, was für ein Verkehr auf den Strassen herrscht und ob man als Radfahrer hier überhaupt wahrgenommen wird.
Auf den ersten Kilometern war ich froh, dass es Sonntag morgen 9 Uhr ist und nur wenig Leute auf der Strasse unterwegs waren. Es gab Straßen die ich abends definitiv gemieden hätte. Alles versifft, runter gekommene Häuser, jedes 3. Auto reif für’n Schrottplatz und viel Müll und Scherben am Straßenrand, so dass ich froh war ohne Plattfuß voran zu kommen.
Nach paar Kilometern änderte sich die Gegend und mein Eindruck von N.Y.. Gefühlt sichere Wohnviertel, viele „normale“ Menschen auf der Strasse und hin und immer mehr Radwege und Radfahrer. Das Radnetzt in Manhattan ist wirklich unglaublich gut ausgebau, zumindest am Ufer des Hudson River wo ich die meiste Zeit des Tages radelte bis ich im Hotel einchecken konnte
Dies ist meine „günstige“ Schlafkabine für die nächsten 2Tage.
2×2 Meter ohne eigenes Bad und WC.
Egal es ist sauber und hat eine Mini-Klimaanlage.
„Günstig“ ist hier eh gar nichts. Auch das Essen ist sauteuer. Sowohl im
Supermarkt als auch in einem stink normalen Restaurant
(Pizza oder Pasta ca.22$, Coke oder Bier 7$,…..).
In paar Tagen außerhalb von N.Y. wird’s vermutlich deutlich billiger. Dann gönn ich mir mehr als ein Bier zum Essen
Tag 3
Route: zu Fuß Stadt erkundet
Distanz: ca. 15 km
Dauer: 9h
Terrain: –
Wetter: 32° schwül
Heute war ich zu Fuß unterwegs. Zuerst ging’s zum Pier 83 wo ich eine 1,5h Bootstour gebucht habe. Vom Wasser aus hatten wir eine Hammer Aussicht auf die Skyline von NYC, die Freiheitsstatue, Brooklyn Bridge und Midtown Manhattan
.
Schon gewusst?
Die Freiheitsstatue
– steht auf der Liberty Island
– sie war ein Geschenk der Franzosen im Jahr 1886
– in der rechten Hand eine Fackel
– in der linken eine Tafel mit dem Datum der Unabhängigkeits-
erklärung
– zu ihren Füßen liegt eine zerbrochene Kette was ein Symbol
der Freiheit ist
– Figurhöhe 46 m, gesamt 93 m
– 4 Mio. Besucher pro Jahr
Der Times Square bildet das Zentrum des als Broadway bezeichneten Theaterviertels.
Er ist berühmt für seine zahlreichen Leuchtreklamen die Nachts vermutlich spektakulär sind.
Bin jetzt aber zu faul um nochmals hin zu geh’n. An Vegas kommt er eh nicht ran 😉
Nachdem am 11. September 2001 das World Trade Center bei den Terroranschlägen zerstört wurde, wurde das „One World Trade Center“ neu erbaut und jetzt mit 541 m das höchste Gebäude der Stadt und das sechst höchste der Welt.
Es folgen weitere Bilder von der Bootsfahrt, dem Empire State Building und vom „Top of the Rock“, einer Aussichtsplattform auf dem Rockenfeller Tower in 260 m Höhe. Die Aussicht war gigantisch
Morgen geht’s dann schon weiter mit dem Rad. Mal schauen was es da noch von NY zu sehen gibt. Auf dem Plan steht auf jeden Fall der Central Park. Alles weitere wird sich ergeben. Kann auf jeden Fall jetzt schon sagen dass die Stadt eine Reise wert ist. Auch wenn ich nicht so der Freund von Städten bin würd ich hierher nochmals kommen. Dann aber für mehrere Tage
Tag 4
Route: N.Y. – Nyack
Distanz: 63,4 km
Dauer: 4h
Terrain: hügelig, 870 HM
Wetter: sonnig 33°
Km gesamt: 112,6
Nach ein paar Kilometern durch den Großstadtdschungel erreichte ich heute morgen den Central Park, eine riesige rechteckig Grünanlage mitten in der Stadt. Binnen weniger Sekunden kommst von der Hektik zur Ruhe und Erholung und die Landschaft wechselt von grau zu grün.
schon gewusst?
– der Central Park wird auch grüne Lunge genannt
– bis zu 500.000 Besucher pro Tag
– 25 Mio Besucher pro Jahr
– Abmessungen 4km x 0,9km
– 93 km Fußweg
– 275 Vogelarten
Anschließend ging’s dann durch Harlem und danach über die George Washington Brücke auf die andere Flussseite, in den Staat New Jersey. Nach paar km Stadt wurds dann endlich grün. Super tolle Radwege und so gut wie kein Verkehr, radelte ich dann dem Fluss entlang im Schatten von Bäumen. Hier könnt ich dann endlich mal über längere Zeit in Pedale treten um den Schnitt etwas zu korrigieren.
Zwischendurch gab’s dann immer mal wieder kleinere idyllische Ortschaften aber auch ein ständiges auf und ab wie man es von Küstenstrassen her kennt.
Navigiert hab eich mit der Komoot App. Bis auf ein paar wenige hundert Meter war ich auch zufrieden damit. Dieser Weg ist jedoch alles andere als Tourenrad geeignet
Gegen Mittag erreichte ich dann Nyack, eine nur knapp 7.000 Einwohner zählende Stadt mit einem Einkaufszentrum von unglaublicher Größe. Es zählt zu den 10 meist besuchten Einkaufszentren der USA und erstreckt sich über 4 Stockwerke. Neben unzähligen Geschäften gibt’s in dem Gedäude ein Riesenrad, Bowlingbahn, Boxauto, Eishalle und den höchsten Indoor Kletterpark der Welt.
Und nach gut einer Stunde hab ich dann auch einen Supermark gefunden weshalb ich eigentlich hier war 🙂
Tag 5
Route: Nyack – Hopewell
Distanz: 86,5 km
Dauer: 6,5h
Terrain: sehr hügelig, 700 HM
Wetter: meist bewölkt und ein kurzer Regenschauer, 28°
Km gesamt: 199,1
Heut war ein sehr anstrengender Tag. Ständig auf und ab und das mit über 40kg unterm Hintern 😓
Dafür hab ich ein super tolles Zimmer. Alles recht neu und super sauber was vor allem bei der letzten Übernachtung nicht zutraf.
Die Strecke heute war ein Mix aus ruhigen kleinen Dörfer und bewaldete Strecken. Dazu paar Seen die zum Pausieren ideal waren. Ansonsten keine speziellen Highlights.
Tag 6
Route: Hopewell – Hudson
Distanz: 101 km
Dauer: 5h
Terrain: eben teilweise leicht hügelig, oft Wald 480 HM
Wetter: meist bewölkt 31°
Km gesamt: 300,1
Heute hab ich zum ersten mal die 100er Grenze geknackt 😊
Anfangs verlief die Route auf dem Empire State Trail, einem sehr gut ausgebautem Fernradweg. Leider war mir dieser bei der Planung nicht bekannt, so dass ich mach einem Drittel der Strecke wieder der Route 9 folgen musste um zu meiner gebuchten Übernachtung zu kommen.
Hab mir vorhin noch einen Ersatzmantel gekauft. Hatte darauf verzichtet einen mitzunehmen, weil ich dachte hier einen problemlos kaufen zu können. Vom wegen! Seit NYC, also knapp 250km, hab ich keinen einzigen Laden gesehen. Ebenso keine öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse oder Züge.
Für ein Maß Bier bin ich leider etwas zu früh dran und der Umweg von 24 Meilen nach Germantown war mir dann zu weit, obwohl es mich schon interessiert hätte.
So ist übrigens meine Aussicht aufm Rad 😊. Der Spiegel ist auch goldwert. Auf den Bundesstrassen ist eigentlich immer ein ca. 1 Meter breiter „Standstreifen“ für Radfahrer, dennoch bin ich gern drauf gefasst wenn Verkehr kommt.
Die Navigation funktioniert bis auf ein zwei kleinere Fehler sehr gut mit der App „Komoot“. Ist definitiv zu empfehlen. Deutschland ist kostenlos, der Rest der Welt kostet 30 Euro. Dann kannst dir die Route planen und offline abfahren. Ein Kopfhörer im Ohr und ein Verfahren ist unmöglich.
Tag 7
Route: Hudson – Schenectady
Distanz: 85 km
Dauer: 5h
Terrain: meist flach, 420 HM
Wetter: bewölkt 17° früh morgens, gegen Mittag 28°
Km gesamt: 385,1
Dies war der letzte Tag Richtung Norden. Von der Landschaft her war’s heute ähnlich den letzten zwei Tagen. Neue Bilder gibts deshalb keine.
Zur Mittagszeit kam ich zufällig an einem Baseballstadion bzw. Trainingsplatz in Albany vorbei. Kein Plan in welcher Liga die spielen aber da saßen ca. 20 Zuschauer und viele drum rum die sich wichtig machten. Kreisliga wird’s dann wohl nicht sein 🙂 Entschied mich dann dort Mittag zu machen und zuzuschauen. Mein Bild von diesem Sport hat sich nicht geändert. Nachdem sie sich 30min lang den Ball zugeworfen haben, musste ich geh’n. Sonst wär ich eingepennt. Stinklangweilig
Tag 8
Route: Schenectady – Ilion
Distanz: 124 km
Dauer: 6h
Terrain: bis auf die letzten km flach, 710 HM
Wetter: sonnig gegen Nachmittag bewölkt. Morgens frische 14° Mittags 25°
Km gesamt: 509
Heute war die bisher längste Etappe. Da der Belag größtenteils recht gut war kam ich zügig voran auch wenn ich Bekanntschaft mit dem Westwind gemacht habe. Berichten zu Folge, die ich vor der Reise gelesen hab, soll dieser sehr häufig und stark wehend zum Spielverderber werden. Noch war es ok, hoffe mal, dass es so bleibt
Den Hudson River hatte ich gestern Abend bei Albany verlassen. Die nächsten Tage folg ich dann dem Fluss Mohawk bzw. dem Erie-Kanal.
Tag 9
Route: Ruhetag
Distanz: 8 km
Dauer: –
Terrain: –
Wetter: meist sonnig, wenig Wolken 24°
Km gesamt: 517
Heute war Ruhetag. Auf dem Programm stand Wäsche waschen im örtlichen Waschsalon, einkaufen und entspannen.
Wäsche waschen ist hier kein Problem. In jeder kleineren Stadt gibts einen Waschsalon. Die meisten Kunden sind Einheimische die körbeweise Klamotten dabei haben. Versteh nur nicht ganz warum. An den Kosten für eine Maschine kanns dem Auto nach nicht liegen.
Tag 10
Route: Ilion – Syracuse
Distanz: 106 km
Dauer: 5h
Terrain: eben, 260 HM
Wetter: sonnig, morgens 14° Mittags 25°
Km gesamt: 623
Gestartet bin ich heut morgen mit Kopftuch unterm Helm und Jacke. In den frühen Morgenstunden ist es seit paar Tagen doch recht frisch. Nach paar Kilometern radeln war ich dann aufgewärmt und konnte den Tag genießen. Die Hälfte der Strecke verlief wieder am Erie Kanal. Auch wenn sich die Bilder ähneln war’s wieder sehr schön und erholsam.
Neben Streifenhörnchen, Rehen und Murmeltieren, Waschbären,.. gab’s heute hunderte Wasserschildkröten zu sehen. Dazu ein Haufen Grünzeug wie die vergangenen Tage auch 😉
Hungrig vom langen Tag hab ich heut einen „großen“ Fehler gemacht und mir diese Pizza bestellt. Obwohl ich nur Mittelgroß bestellt hatte, war das Teil einfach nur gigantisch (zum Vergleich ein Pappteller).
Vor dem Bezahlen wurd ich gefragt ob der Rest eingepackt werden sollte. Als ich sagte, dass es kein Rest gibt, bekam ich ein und Respekt vom Pizzabäcker.
Heut Nacht kann ich definitiv nicht aufm Bauch schlafen. Werd auch das Bier im Kühlschrank stehen lassen. Da passt nix mehr rein
Tag 11
Route: Syracuse – Manchester
Distanz: 121 km
Dauer: 6h 15min
Terrain: meist eben 450 HM
Wetter: bewölkt, windig, leichter Regen 23°
Km gesamt: 744
Morgens war es wieder recht frisch. Hinzu kam ein meist starker Wind der den ganzen Tag andauerte. Leider fast immer Gegenwind so dass es ein sehr sehr anstrengender Tag war. Bin fix und fertig und muss mich wach halten um nicht einzupennen. Ist ja grad mal 19 Uhr
Hoffe dass die Beine und Hintern bis morgen wieder fit sind. Da wird’s laut Wetterbericht wieder ungemütlich, diesmal mit stärkerem Regen. Naja wird schon werden. Gegen Mittag und die folgenden Tagen sieht’s wohl wieder besser aus.
Tag 12
Route: Manchester – Albion
Distanz: 102 km
Dauer: 5h 10min
Terrain: eben , 300 HM
Wetter: morgens Regen mittags bewölkt bei 26°
Km gesamt: 846
Jetzt hat’s sich zumindest gelohnt, dass ich die Regenklamottem mitgenommen habe. Auf einen weiteren Einsatz kann ich aber gern verzichten.
Morgen erreich ich dann die Niagara Fälle wo ich für zwei Nächte bleibe. Übernachten werd ich auf der kanadischen Seite. Freu mich drauf
Tag 13
Route: Albion – Niagara Falls
Distanz: 95,3 km
Dauer: 6h
Terrain: eben, 230 HM
Wetter: Wechsel aus Sonne und Wolken, 25°
Km gesamt: 941.4
Eigentlich wollte ich heute einen kurzen Abstecher zum Ontario See machen. Da es aber wieder sehr windig war, hab ich mich umentscheiden und bin direkt zu Niagara Fällen geradelt. Auch wenn’s keine 100km waren, so war es doch der anstrengendste Tag der Tour.
Belohnt wurde ich aber mit den beeindruckensten Wasserfälle die ich jemals gesehen habe. Einfach nur genial zumal das Wetter auch gepasst hat. Morgen ist Ruhetag, da schau ich mir die Fälle noch mal an. Ob per Boot, Zipline, Turm,… weiß ich noch nicht. Mal schlau machen morgen.
Abends gegen 22 Uhr gibt’s ein Feuerwerk und beleuchtet sind die Fälle Nachts auch. Ob ich mir das heut oder morgen angucke entscheid ich nachher. Jetzt erst mal was futtern und Wäsche waschen
Schon gewusst?
Es gibt die Horseshoe Fälle (z.b. 1. Bild) und die American und Brutal Veil- Fälle (z.b. 2. Bild). Der Niagara Fluss verbindet den Eriesee und den Ontariosee. An den zwei Fällen stürzt das Wasser dann 57m in die Tiefe. Die Kantenlänge vom Horseshoe ist 670m, die andere 260m.
Der durchschnittliche Durchfluss im Fluss beträgt 5750 m^3/s. Tagsüber lassen sie ca. 2800 durch, nachts nur 1400. Der Rest wird zur Stromgewinnung umgeleitet. Jährlich kommen ca. 18 Mio Besucher. Die Aussicht von Kanada (gegenüberliegend) ist deutlich besser als auf der amerikanischen Seite. Werde morgen auch auf dieser Seite bleiben, da die Einreise in die USA vermutlich wieder recht langwierig ist. Nach Kanada ging’s heute fix in nicht mal einer Minute.
Tag 14
Route: Ruhtag
Distanz: –
Terrain: –
Wetter: sonnig 25°
Km gesamt: 941,4
Den Vormittag hab ich genutzt um das Rad kurz durchzuchecken. Viel war nicht notwendig, lediglich die Kette gereinigt, geschmiert und dann die Schaltung neu eingestellt. Anschließend ging’s wieder zu den Fällen. Auf eine Bootsfahrt folgte eine Hammer Aussicht vom 160m hohen Skylon Tower. Beides ist jeden Dollar wert.
Eine Reise hierher isf definitiv zu empfehlen auch wenn’s extrem touristisch ist. Überall Souvenier Shops, Fahrgeschäfte, ….und zigtausende Menschen.
Paar Hundert Meter entfernt vom Fluss dann ein Mix aus Europa Park, Schinkenstraße, Reeperbahn, Vegas,…
Tag 15
Radwege bzw. einen Seitenstreifen für Radfahrer gibt’s in Kanada wohl deutlich weniger. Ähnlich wie bei uns musste ich mir die Strasse mit den Autos teilen. Auffällig war auch, dass die Straßen in einem sehr schlechten Zustand sind. Insbesondere im Randbereich gibts unzählige Schlaglöcher. Auch die Landschaft hat sich verändert. Weniger Wälder und mehr Landwirtschaft entlang den wenig befahrenen Straßen.
Der Abend war sehr schön. Die Unterkunft war in einem Privathaus (Airbnb). Die Besitzer waren mega nett und hatten einen super tollen Garten, mit Pool, Hängematten, vielen Sitzmöglichkeiten, unzählige Pflanzen und jede Menge anderem Schnickschnack.
Toll war auch dass ein deutsches Pärchen an diesem Tag hier war. Die zwei sind seit 10 Monaten in Kanada und USA unterwegs und hatten so einige tolle Geschichten zu erzählen. Dazu wurde dann noch gegrillt und einige Bier vernichtet.
Tag 16
Route: Cayuga – Ingersoll
Distanz: 90,1 km
Dauer: 4h
Terrain: hügelig , 350HM
Wetter: bewölkt, kaum Wind
Km gesamt: 1116,3
Etwas verkatert vom Vorabend bekamen wir frisch gebackene Blaubeermuffins zum Frühstück serviert
Die anschließende Fahrt nach Ingersoll war landschaftlich recht langweilig.
Tag 17
Route: Ingersoll – Adelaide Metcalfe
Distanz: 83 km
Dauer: 4h15
Terrain: eben, 290 HM
Wetter: meist bewölkt
Km gessmt: 1199,3
Eigentlich wollte ich zum Lake Huron und dort eine Nacht campen. Da die Wettervorhersage aber ziemlich schlecht war und ich auch noch keinen Campingplatz gebucht hatte, hab ich mich heut morgen kurzerhand umentschieden und die Tour etwas gekürzt. Neues Ziel war ein Motel paar km von Adelaide Metcalce. Es war sehr herunter gekommen und auch nicht sonderlich sauber, so dass ich doch noch den Schafsack benutzt habe 🙂
Landschaftlich war die Strecke abwechslungsreicher als zuletzt. Neben unzähligen Maisfeldern und Farmen gab’s heut auch mal einige Parks und städtische Gegenden. Frisbee Golf scheint hier auch beliebt zu sein. Zumindest stehen hier alle paar km Körbe rum
Tag 18
Route: Adelaide Metcalfe – Port Huron
Distanz: 75 km
Dauer: 3h30
Terrain: eben
Wetter: stark bewölkt, Wind meist aus Süd
Km gesamt: 1274,3
Nach 5 Tagen endete heute der Aufenthalt in Kanada. Das absolute Highlight was ich im südlichsten Zipfel von Ontario erleben durfte waren definitiv die Niagara Fälle.
Jetzt bin ich wieder zurück in den USA, genauer gesagt in Michigan. Nach NY und New Jersey der dritte von fünf Bundesstaaten auf dieser Reise.
Die Etappe war bewusst etwas kürzer gewählt da ich mit Wartezeiten an der Grenze gerechnet habe. Grund hierfür ist dass der Übergang eine Brücke ist auf der Radfahren verboten ist (dreispurige Autobahn).
Hatte am Tag zuvor die Touristinfo angeschrieben wie man denn über diese Brücke kommt aber keine Antwort erhalten. Im Internet stand, dass man eine Überfahrt erhält wenn man bei der Behörde eine Erlaubnis bekommt. Da ich kein Plan hatte wo diese ist wollte ich mein Glück direkt an einem der Zollhäuschen versuchen. Ich suchte mir einen Weg (der nicht legal war) zum äußersten der 5-6 Zoll-Häuschen. Die nette Dame wunderte sich kurz wie ich hier her kam, half mir aber trotzdem sofort weiter: Alarmknopf gedrückt so dass alle Spuren kurzzeitig gesperrt waren und ich konnte zum Gebäude auf der anderen Seite
Hier wurd ich dann auch schon von einer Zöllnerin und ihrem Pick-up empfangen. Rad auf die Britische gewuchtet und los ging’s über die für den normalen Verkehr gesperrte Spur bis zum amerikanischen Zoll. Auf der kurzen Fahrt hat sie mir erzählt, dass sie nur ca. ein Dutzend Radfahrer in dieser Saison rüber gefahren hat. Sie war bestimmt nicht die einzigste aber in Summe doch weniger als ich gedacht hatte. Kein Wunder findet man keine gescheiten Infos wie das regulär ablaufen sollte.
Naja egal, kurz den Stempel im Reisepss abgeholt, mit dem Aufzug eine Etage tiefer und das Zollgebäudes durch einen Kellerausgang verlassen. Auf der Strasse sei es ohne Radweg ja viiiiiiel zu gefährlich . Erstaunlich locker die Zöllner. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Nach paar km in Port Huron erreichte ich dann das Motel im dem ich jetzt drei Nächte bleib. Die zwei vollen Tage Pause sind dringend notwendig für Beine, Hintern und Kopf.
Ob und was es hier zu sehen gibt weiß ich nicht. Lass mich mal überraschen. Morgen erst mal gaaaanz lang ausschlafen.
Tag 19
Ruhetag mit Stadtrundfahrt in Port Huron
Distanz: 24,6 km
Dauer: –
Terrain: –
Wetter: meist bewölkt
Km gesamt: 1298,9
Der heutige Tag war gemütlich. Lange ausgeschlafen, frühstücken und wieder zurück ins Bett, übern Mittag etwas die Stadt erkundet und den Nachmittag und Abend vorm Fernseh und Tablet verbracht.
Wie der Name schon sagt liegt Port Huron am Huron-See, einem der fünf großen Seen Nordamerika.
Daten:
- Durch den See verläuft die Grenze zwischen Kanada und USA
- Mit einer Fläche von 60.000 km^2 ist er der zweitgrößte der fünf Seen und der drittgrößte Süßwassersee der Erde und 110x so groß wie der Bodensee
Tag 20
2. Ruhetag in Port Huron
Heute blieb das Fahrrad stehn. Ausser einem Spaziergang entlang dem Black River stand planschen im Pool und Faulenzen auf dem Programm.
Die nächsten 3 Tage werden nochmal richtig anstrengend mit ca. 300km. Danach ist dann lockeres Ausrollen entlang dem Michigan See geplant.
Tag 21
Route: Port Huron – Flint
Distanz: 118,2 km
Dauer: 6 h
Terrain: eben
Wetter: bewölkt und Regen 16°, nachmittags sonnig 24°
Km gesamt: 1417,1
Die Beine waren wieder fit und die Tour nicht sonderlich anstrengend, da es heute größtenteils windstill war.
Bisschen blöd war nur, dass es größtenteils nass und kalt war. Mit Plastiktüten unter den Überschuhen wurds diesmal zumindest nicht nass:)
Landschaftlich gab’s nichts besonderes. Meist gerade aus und eine Farm nach der andern.
Tag 22
Route: Flint – Ionia
Distanz: 125 km
Dauer: 6h 20min
Terrain: meist eben, am Ende hügelig 330HM
Wetter: sonnig, 25°
Km gesamt: 1542,1
Gestärkt von Pasta und Bier geht’s aber bald ins Bett. War ein langer anstrengender aber schöner Tag.
Tag 23
Route: Iona – Hudsonville
Distanz: 82,3 km
Dauer: 4h 30min
Terrain: teils hügelig, 400HM
Wetter: bewölkt, 13-17°
Km gesamt: 1624,4
Abgesehen von der Temperatur wars ein schöner Tag. Die erste Hälfte eine wenig befahrene Straße entlang dem Grand River danach dann paar Parks bevor es durch die Vororte von Grand Rapid ging.
Seit heute weiss ich auch was ein „Men’s Club“ ist. Klingt nach Puff ist aber ein Schießstand der wohl hauptsächlich Sonntags vormittags genutzt wird. Wildes rum Geballere morgens und 9 Uhr. Sollen lieber was G’scheites machen in ihrer Freizeit.
Ansonsten kann ich aber nur positives über die Menschen hier berichten. Alle sind super freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend sei es im Strassenverkehr oder bei Smalltalks. Werd oft angequatscht, meist an Tankstellen (wo ich meistens einkaufe), vor Motels aber auch auf der Straße von Radfahrer oder PKW die extra anhalten. Meist ist es zwar das gleiche blabla, find’s aber trotzdem immer wieder sehr nett. U.a. gab’s eine Einladung nach Toronto (lag leider nicht auf der Route) und ein Facebookeintrag bei Rick’s Fahrradladen wo ich mir eigentlich nur Kettenreiger besorgen wollte, den ich dann fast geschenkt bekam inkl. dem Aufkleber für meine Satteltasche
Wenn ein Supermarkt in der Nähe ist, wird Abends meist gevespert. Der Rest ist dann für die Fahrt am nächsten Tag.
Das Frühstück in den Motels ist nämlich eher bescheiden. Toast und Kellogs gibt’s zwar immer aber keine Wurst oder Käse…..und Fan von Marmelade war ich noch nie 😉
Schade ist auch, dass alles Besteck, Teller, Becher, Müslischale,… aus Platik und Einweg ist. Gleiches gilt für Supermärkte, Unmengen an hauchdünnen Platiktüten die kein zweites mal verwenden kannst….der nächste Delphin geht auf meine Kappe
Hab hin und wieder eine leere Satteltasche mitgenommen. Da wirst dann schon mal erstaunt angeschaut und dem Einpacker den es in größeren Supermärkten gibt, nimmst den Job
Das Teil rechts ist übrigens ein ganzes Hähnchen für grad mal 5$
Und wenns keine Waschmaschine und Trockner gibt dann hilft Rei aus der Tube und mein Rad als Wäscheständer. Das Rad durfte ich bisher auch immer aufs Zimmer mitnehmen. Kein Thema, auch wenn’s im 2. Stock ist
Tag 24
Route: Hudsonville – South Haven
Distanz: 89,3 km
Dauer: 5h
Terrain: meist eben, 320 HM
Wetter: anfangs bewölkt, ab Mittag Sonne 25°
Km gesamt: 1.713,7
Super toller Tag heute. Bin am Michigan See angekommen und fahr jetzt Richrung Süden. Eigentlich wollte ich heute campen, da es laut Wetterbericht aber Gewitter mit Starkregen geben soll verzicht ich da gerne drauf.
Die Route verläuft von jetzt an bis zum letzten Tag entlang des Sees. Leider kommt man bisher aber nur alle paar km direkt ran. Grund dafür ist, dass die meisten Zufahrten privat sind. Und ohne Knarre, Pfefferspray und Elektroschocker befahr ich die definitiv nicht. Da hat jeder Hund Heimvorteil 😂. Gibt aber immer noch genügend öffentliche Zugang, sei es Strände oder Rastpläze. Super schön war auch die Hafenstadt South Haven und ne Brauerei mit Biergarten gab’s zur Mittagszeit auch noch.
Tag 25
Route: South Haven – Sawyer
Distanz: 81 km
Terrain: eben, 400 HM
Wetter: morgens Gewitter, danach Sonne und 30°
Km gesamt: 1794,7
Aufgrund von Gewitter ging’s heut erst um 11 Uhr los. Laut Regenradar sollte der Regen gegen halb elf vorbei sein und anschließend die Sonne scheinen. Und so wars dann auch. Gegen 12 Uhr Bauer Himmel und 30°.
Da ich vorn kein Schutzblech (ging kurz vorm Urlaub kaputt) und keinen Bock auf nasse Füße vom Spritzwasser hatte, nutze ich die Wartezeit während des Gewitters und baute mir eins, Somit hatte die Schnur die ich mit hatte auch ihren Einsatz bekommen 😊.
Gegen Mittag wurds dann wie bereits erwähnt sonnig und heiß. Ich kam an einigen Badestränden vorbei. Auffällig war dass kein Mensch schwimmen war. Das musste ich ändern. Hab ja nicht umsonst ein Handtuch wochenlang spazieren gefahren. Ausser als Schlafunterlage in zwei versifften Motels kam es bisher ja noch nicht zum Einsatz. Der Badespaß war kurz. Nach 2 Sekunden hatte ich genug …. Scheisse war das kalt.
Außer einem Husky hab ich auch danach keinen mehr drin gesehen
Hab keine weißen Socken an. Brauche dringend UV durchlässige Schuhe 😂
Mit 40,60 und abschließend nochmals 40km hab ich zum Abschluss noch drei lockere Tage vor mir. Hab dies so geplant um evtl. Verzögerungen ausgleichen zu können. Da aber alles nach Plan lief kann ich den Rest gaaaaanz gemütlich angehrn lassen.
Samstag bis Dienstag ist dann Chicago angesagt.
Tag 26
Route: Sawyer – Michigan City
Distanz: 66,8 km
Terrain: hügelig, 600 HM
Wetter: sonnig heiß 32°
Km gesamt: 1.861,5
Die Tour wurde doch länger als geplant da ich etliche Parks und Aussichtspunkte besuchte. Darunter mehrere Sand-Dünen, Sumpfgebiete und Flüsse. Heut Abend hab ich mir dann schon mal eine Reisetasche und diverses aus dem Baumarkt besorgt um das Rad sicher verpacken zu können. Vermutlich wär es in der Innenstadt von Chicago schwieriger diese Dinge zu besorgen. Einen Karton hab ich vermutlich auch schon von nem Radladen den ich vor paar Tagen angeschrieben hatte.
Nach NY, New Jersey und Michigan hab ich heute Indiana erreicht. Ist ein kurzer Besuch, morgen oder übermorgen geht’s dann in den 5. und letzen Staat dieser Tour, Illinois.
Tag 27
Route: Michigan City – Hammond
Distanz: 73,4 km
Terrain: eben 200 HM
Wetter: sonnig heiß 30°
Km gesamt: 1934,9
so, das wars dann fast auch schon. Morgen ist die Schlussetappe. Einerseits schade dass die Tour bald zu Ende ist, andererseits freu ich mich auch mal wieder auf einen bzw. mehrere Ruhetage.
Heute gabs auf den ersten 50km einige Strände und Sanddünen und richtig schöne Parks. Danach ging’s leider schon in die Vorstädte von Chicago mit viel Verkehr, dreispurigen Strassen,…Dinge die mit dem Rad weniger Spaß machen 🙂
Bilder von heute folgen. WLAN taugt mal wieder nix
Nord-Westlich von hier hat sich ein Tornado gebildet. Ausser Regen wird hier aber nichts ankommen. Heute Nacht soll’s ordentlich schütten. Laut Wetterbericht komm ich morgen trocken ans Ziel 🙂
Tag 28
Route Hammond – Chicago
Distanz: 71,1 km
Terrain: eben 240 HM
Wetter: mal sonnig, mal bewölkt 26°
Km gesamt: 2006
So, heute war der letzte Tag mit Rad und eine super tolles Abenteuer geht zu Ende. Es hat mega Spass gemacht und war eine tolle Erfahrung
Die Fahrt nach Chicago war anders als erwartet super schön. Ausser den ersten 2-3 km war der Rest der Strecke super Radwege ohne Verkehr. Die Radwege waren so toll, dass ich 35 Extra-km gefahren bin um die 2000er Marke zu knacken. 2006 klingt doch deutlich besser als 1970km 🙂
Die erste und bisher einzigste Enttäuschung gabs dann im Hostel. Obwohl dieses Hostel eine 8,6er Bewertung bei Booking hat, hatten sie keinen Abstellraum o.ä. für mein Rad. Einfach lächerlich bei einem 25 stöckigen Gebäude. Da muss es doch 1- 2 m^2 geben. Sie meinten dass es ausreichend sei das Rad an der nächsten Strassenlaterne abzuschliessen. Ohne mich! Alternative wäre eine Einzelzimmer gewesen wo dann auch Platz vorhanden ist für ein Rad. Aufpreis 800$ ….. F… dich! Die haben echt den Arsch offen! Bevor ich das bezahl lass ich es mir klauen.
Naja, Diskutieren hatte keine Sinn und so musst ich mir selbst weiterhelfen. 2km weiter gibt’s einen Fahhradverleih und auch Fahrradparkplatz den Berufstätige eigentlich nur tagsüber benutzen können. Bisschen gejammert und ich bekam einen 4 Tages Stellplatz. Bin zuversichtlich dass es am Dienstag noch da steht . Zumindest wahrscheinlicher als an der Laterne.
Ansonsten ist der erste Eindruck von Chicago sehr positiv. Gefällt mir richtig gut hier. Mal schauen was die nächsten Tage noch bringen. Morgen früh will ich erst mal den Karton irgendwie hier ins Hostel bringen und danach ins Station um Schweini zu sehen. Chicago Fire hat morgen ein Heimspiel gegen Denver
Tag 29
Wetter: sonnig heiß 28°
Wollte mir heute Vormittag schnell einen Karton fürs Rad besorgen und dann zum Spiel. Hat leider etwas länger gedauert so dass ich nicht mehr hin bin. Schade, hätte die Atmosphäre gern miterlebt und Schweini hat auch 60min gespielt. Egal, zumindest hab ich jetzt den Karton, der mir aber recht klein erscheint. Laut Fahrradhändler sollte es passen wenn ich die meisten Teile demontieren. Wird sich am Montag zeigen, da komm ich erst wieder ans Rad ran.
Den Nachmittag hab ich dann ruhig angehen lassen. Bisschen durch den Millennium Park gelatscht und die Stadt angeschaut.
Tag 30
Wetter: bewölkt Abend etwas Regen 25°
Obwohl das Stadtzentrum sehr schön ist, war’s heute ein gemütlicher Tag. Paar Stunden durch die Stadt geschlendert, den Rest des Tages aufm Bett gelegen, gesurft und relaxt. Bisschen nervig ist nur das ständige gehupe draußen. Die Mexikaner feiern heut den Unabhängigkeitstag und dies scheinbar am liebsten mit einem Autokorso
Die Cloud Gate wie diese Spiegel-Skulptur heißt ist das zentrale Kunstwerk im Millennium Park. War auch schon mehrfach dort obwohl es ja eigentlicb nur ein große Bohne ist 😂
– Abmessungen 10m x 20m x 13m
– wiegt 100 Tonnen
– ist aus 168 Edelstahlplatten zusammengeschweißt
– hochglanzpoliert ohne sichtbare Nähte
Tag 31
Wetter: bewölkt und neblig
Viel zu berichten gibt’s heute nicht. Wetter war bescheiden so dass ich nur 3-4 Stunden unterwegs war. Heut Abend dann noch einen Teil gepackt so dass es morgen früh weniger zu tun gibt. Muss morgen Mittag gegen 12 Uhr auschecken. Hab beschlossen dann direkt zum Flughafen zu fahren und dort den Tag zu verbringen bis es dann Abends wieder nach Hause geht. Ankunft in Frankfurt ist dann am Mittwoch Mittag.
Tag 32
So, das ist dann der letzte Eintrag. Eine geile Tour geht zu Ende. Es war eine tolle Erfahrungen und ich bin super froh die Tour nach jahrelangem Zögern gemacht zu haben.
All die Zweifel und Gefahren über die ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht habe, waren sowas von unnötig. Es gab nie eine kritische Situation auch wenn ich mich in manchen Viertel gar nicht wohl gefühlt habe und diese bei Nacht auch nie betreten hätte. Die Menschen waren alle super freundlich, interessiert und hilfsbereit. Auf den 2.000km wurd ich nie angehupt weil sich jemand gestört hat. Und an Kreuzungen bekam ich fast immer Vorfahrt durch ein freundliches Winken (rechts vor links gibt’s hier nicht. Wer zuerst hält, darf zuerst weiterfahren).
Auch das Wetter hat super mitgespielt mit nur zwei Regentagen. Erste Woche sonnig heiß, danach meist eine Mix aus Sonne und Wolken bei für mich noch angenehmen Temperaturen.
Vom Radnetz war ich sehr überrascht. Selten musste man ohne „Standstreifen“ zurecht kommen. Oft gab es Bike-Lanes und teilweise auch Radwege fernab der Strasse.
Das einzigste was genervt hat waren
- Nicht angeleinte Hunde
- Der Gegenwind (glaub den hab ich sehr oft erwähnt😉)
- Dass ich im letzten Hostel das Rad nicht abstellen konnte. Das bekommen sie in der Bewertung zurück 🖕😂
Wenn ich zu Hause bin werd ich noch paar Videos schneiden und hier einfügen.
Das Zeugs was ich alles dabei hatte war eigentlich passend. Gut, das Zelt und Isomatte hab ich nicht gebraucht was an mir bzw dem Wetter lag. Alles andere hatte ich mal mehr mal weniger benötigt. Gefehlt hat auch nichts. Bis auf eine zweite Tube Zahnpasta musste ich mir nix kaufen.
Vielleicht findet sich ja zur nächsten Tour jemand oder mehrere die mitkommen. Allein reisen war ok, schöner wär’s aber mit andren zusammen. Muss ja nicht gleich in einem fernen Land sein. Gibt auch genug in Deutschland und Europa zu erkunden wie z.B. Eurovelo, Jakobsweg, Flussradwege, Transalp,…..
Falls jemand Interesse hat einfach melden 😊, denn eins ist klar….
Fortsetzung folgt 😊